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IOC stellt München ein gutes Zeugnis aus

München kämpft um die Olympischen Winterspiele 2018. Die bayerische Landeshauptstadt ist einer von drei Bewerbern – neben Bayern treten Frankreich und Südkorea ins Rennen. Pyonchang – der Favorit aus Südkorea – ist dabei aber keineswegs mehr weit voraus. Die Prüfer des Internationalen Olympischen Komites haben allen drei Austragungsorten ein gutes Zeugnis ausgestellt. D.h. die Wettkampfstätten und die Infrastruktur seien dort gut. Rückenwind haben die Organisatoren um Ex-Eiskunstläuferin Katarina Witt auch durch das positive Votum der Garmisch-Partenkirchener Bürger und deren Bürgerbegehren erhalten. Die Bevölkerung dort hat sich am Wochenende mehrheitlich für die Weiterführung der Bewerbung ausgesprochen. Die Entscheidung, wo die Winterspiele sowie die Paralympics 2018 stattfinden werden, findet Anfang Juli 2011 statt. Die Entscheidung treffen über 100 stimmberechtigte Delegierte des IOC.

Beckert, Ost und Pechstein gemeinsam zum Teamerfolg in Inzell

Kanada, USA, Japan, Niederlande, Deutschland: in der Team-Verfolgung der Damen sind das bei den Eisschnellläufern die favorisierten Teams. In Inzell (Landkreis Traunstein) werden für Deutschland die beiden Medaillengewinnerinnen Stephanie Beckert und Claudia Pechstein sowie Isabell Ost an den Start gehen. Als Ersatzläuferin im (erweiterten) Team ist Jennifer Bay, die jedoch voraussichtlich nicht zum Einsatz kommen wird. Deutschland war bei den beiden Team-Entscheidungen der Olympischen Spielen siegreich. Die Kanadierinnen erreichten im “Fernduell” eine Zeit knapp unter 3 Minuten über die 3000 Meter-Strecke. Deutschland erreichte eine Zeit von 3:01,82 und belegte damit am Ende Platz drei. Der Sieg ging an Kanada vor den Niederländerinnen um Doppel-Weltmeisterin Ireen Wüst.

Damit erreichte Deutschland bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaftein in Inzell eine beachtliche Medaillensammlung für Deutschland:

  • Gold: Jenny Wolf (500 Meter)
  • Silber: Stephanie Beckert (5000 Meter)
  • Bronze: Stephanie Beckert (3000 Meter), Claudia Pechstein (5000 Meter), Teamverfolgung (Isabell Ost, Claudia Pechstein, Stephanie Beckert)

Chemnitzer Nico Ihle riskiert über 500 Meter bei der WM in Inzell

Im ersten von zwei Läufen in Inzell (Landkreis Traunstein) bei der Eisschnelllauf-WM ist es Nico Ihle noch nicht gelunden, die 35-Sekunden-Grenze zu knacken: 35,33 Sekunden stehen für den Sachsen zu Buche, worüber er sich selbst wenig erfreut zeigte. Im ersten Durchgang bedeutete dies Rang 14. Im zweiten Lauf sollte das Ziel der Zeit nocheinmal erreich werden: Ihles Zeit im Ziel war bei 35,07 Sekunden. Das eigene Ziel war knapp verfehlt. Man merkte, dass dem Sachsen auf der Zielgerade die Luft ausging. Ansonsten wäre die Zeit-Vorgabe machbar gewesen. Von der Platzierung war es Rang 13für Ihle. Weltmeister wurde der Koreaner Kyou-Hyuk Lee, vor dem Japaner und Jan Smeekens (Niederlande).

Inzell sind die Titelkämpfe der Jenny Wolf: Sprinterin erfolgreich mit Gold dekoriert

Für Jenny Wolf war es in Inzell (Landkreis Traunstein) der vierte WM-Titel in Serie. Seit 2007 ist die Berlinerin auf dieser Strecke damit ungeschlagen. Die 32 Jahre alte Wolf war bereits im ersten Lauf mit 37,98 Sekunden als einzige Läuferin des Feldes unter der 38-Sekunden-Marke. Zweite des Rennens wurde Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa (Südkorea), die Chinesin Wang Belixing holte Bronze. Annette Gerritsen forderte Wolf im zweiten Rennen noch einmal. Eine Eingangszeit von 10,29 Sekunden, die Endzeit lag bei 37,96 Sekunden, Gerritssen war mit 38,33 Sekunden geschlagen. Wolf konnte über die beiden 500-Meter-Rennen die erste Goldmedaille für Deutschland sichern. Gerritssen wird am Ende Vierte. Nach dem ersten Lauf hatte sie bereits ein gutes Gefühl, beim Zieleinlauf war es nur Freude, beschreibt Wolf.

Die deutsche Teamkollegin Monique Angermüller stürzte. Die drite Deutsche Starterin über die 500 Meter, Judith Hesse, erreichte eine Eingangtszeit von 10,47 Sekunden sowie eine 500-Meter-Endzeit 38,52 Sekunden. Hesse kommt mit den sehr engen Kurven in Inzell sehr gut zurecht. Am Ende war es für Hesse der fünfte Rang, nachdem Hesse im zweiten Rennen über die 500 Meter ihre Zeit nocheinmal steigern konnte auf 38,13 Sekunden. Für Hesse war dies persönliche Bestzeit zum Saisonhöhepunkt Heim-WM. Die Platzierung war zudem die beste Internationele Klassierung in ihre bisherigen Karriere. Die Atmosphäre und Stimmung in der Eishalle im Chiemgau war super, die Fans feuerten die Sprinter an.

Am Rande der gut organisierten WM in Inzell gab es aber auch ein paar Misstöne von Seiten Anni Friesinger-Postmas. Die dreimalige Olympiasiegerin stammt aus Inzell und hätte sich am Rande der WM eine offizielle Verabschiedung auf ihrer Heimbahn, auf der sie seit ihrem 5 Lebensjahr trainiert hatte,  gewünscht. Der Eisschnelllauf-Verband stimmte dem nicht zu. Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft erklärte, als Veranstalter könne der Verband eine solche Entscheidung nicht treffen.

Langstreckenrennen der Damen in Inzell: Claudia Pechstein legt vor und setzt Konkurrenz mit einer Zeit um 7 Minuten unter Druck

Dreimal in Folge gewann Claudia Pechstein die 5000 Meter, war lange Jahre Favoritin. Ihre Rekordzeit liegt bei 6:46,91 Sekunden. Bei der WM in Inzell (Landkreis Traunstein) geht es für die Berlinerin im Alter von 39 Jahren jedoch eher um eine Platzierung unter den Top 5, vielleicht mit einem kleinen Blick auf die Bronzemedaille. Über die 3000 Meter reichte es für Pechstein ja ‘nur’ zu einem 8 Platz. Bisher gewann Pechstein 60 internationale Medaillen, nahm an fünf olympischen Spielen teil, bei denen sie immer eine Medaille gewinnen konnte.  2005 gewann Anni Friesinger die WM über die 5000 Meter ebenfalls in Inzell den Titel auf dieser Strecke.

Claudia Pechstein ging als eine der ersten der Favoritinnen auf das Eis und erreichte mit ihrem langen druckvollen Schlittschuhschritt gleich von Beginn an konstante und schnelle Rundenzeiten. Das große Plus Pechsteins: ihre Konstanz in den Runden. Die Berlinerin kommt im Ziel auf eine Zeit von 7:00,90. Mit dieser erreichten Zeit konnte die 39 Jahre alte Berlinerin den Druck auf die nach ihr laufenden Konkurrentinnen gleich entsprechend hoch setzen und ihre Ambitionen auf die Medaille anmelden. Zum Vergleich: der Bahnrekord in Inzell liegt bei 6:56,98 Minuten – aufgestellt vor einiger Zeit durch die Tschechin Martina Sablikova.

Martina Sablikova gilt im Rennen als die Topfavoritin, die im vorletzten Rennen an den Start ging. Sablikova gewann bereits den Weltcup, Welt- und Europameisterschaften sowie einen Olympiatitel. Über die 12,5 Runden orientierte sich die Favoritin an der Zeit von Pechstein, die zu diesem Zeitpunkt noch in Führung lag. Von Beginn machte Sablikova Druck, hatte konstante Rundenzeiten unter 33 Sekunden. Die Endzeit war ein neuer Bahnrekord in Inzell: 6:50,83 Minuten. Die Tschechin ging damit vor dem letzten Paar mit Stephanie Beckert in Führung, Claudia Pechstein wurde auf Rang 2 verdrängt, ehe das letzte Paar (Stephanie Beckert gegen die Japanerin Eriko Ishino) aufs Eis ging.

Im Rennen merkte man, das Stephanie Beckert die Zeit Sablikovas im Blick hatte und sich mit ihrer Zeit an der Tschchin orientierte, am Ende jedoch knapp hinter Sablikova ins Ziel kam. Ihre Zeit: 6:54,99 Minuten. Am Ende gab es zwei Medaillen für Deutschland: neben Stephanie Beckert holte auch Claudia Pechstein eine Medaille. Beckert holt Silber, Pechstein Bronze.